PBSV trauert um Ehren-Oberleutnant Meinolf Simon ...

Ein Botschafter verlässt die Schützenfamilie

Von Ferdi Schäfers

PADERBORN. Der Paderborner-Bürger-Schützenverein von 1831, insbesondere die Western-Kompanie, trauert um Ehren-Oberleutnant Meinolf Simon, der am zweiten Weihnachtstag, ein Tag nach seinem 85. Geburtstag, verstorben ist.

1956 in die Western-Kompanie eingetreten wurde Meinolf Simon schon nach wenigen Jahren zum Unteroffizier ernannt. 1965 wählten ihn die Western-Schützen zum Fähnrich. Von 1971 bis 1977 bekleidete er das Amt des zweiten Leutnants. Danach war er neun Jahre bis 1986 Oberleutnant seiner Western-Kompanie. Nach seiner aktiven Zeit ernannte ihn Oberst Dr. Hans-Bernd Hesse zum Ehren-Oberleutnant.

Lang ist die Reihe seiner Verdienste um den PBSV und die Western-Kompanie. Durch sein großes handwerkliches Fachwissen, seine Arbeitskraft und finanzielle Unterstützung hat er in außerordentlichem Maße zum Wohl des PBSV und der Western-Kompanie beigetragen. So wundert es nicht, dass ihm hohe und höchste Auszeichnungen zuteil wurden. Vom Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften wurde ihm 1999 das Schulterband zum Sebastianus-Ehrenkreuz verliehen.  Schon 1979 wurde er mit dem Verdienstorden der Western-Kompanie der Sonderklasse verbunden mit der Ehrenmitgliedschaft ausgezeichnet. 2008 wurde ihm von Oberst Dr. Andreas Jolmes der Große Verdienstorden des PBSV am Bande verliehen. Zuletzt wurde Meinolf Simon im Jahr 2016 für 60-jährige Mitgliedschaft im Paderborner-Bürger-Schützenverein geehrt.

Aber auch über die Kompaniegrenzen hinaus war Meinolf Simon ein geschätzter und gern gesehener Schützenbruder und Botschafter seiner Western-Kompanie und des PBSV. So war er Ehrenunteroffizier aller fünf Kompanien und trug darüber hinaus diese Würde auch bei den Weweraner sowie Nord- und Kirchborchener Freunden. Beim Trompeterkorps der 8. Husaren Buke war er bereits seit 1974 „Treuen Husar“ und seit 1986 deren Ehrenmitglied. 1997 war Meinolf Simon Mitbegründer des Fördervereins der Buker Husaren.

1981 errang Meinolf Simon die Königswürde und war somit höchster Repräsentant des Paderborner-Bürger-Schützenvereins.

Mit Meinolf Simon verliert das Schützenwesen in und um Paderborn einen Schützenbruder mit großer Begeisterungsfähigkeit. Er war ein Mann von altem Schrot und Korn mit enormer Überzeugungskraft. Wenn Meinolf Simon aufstand, war Ruhe im Versammlungsraum. Was er sagte hatte stets Hand und Fuß. Als er im September sein 40-jähriges Königsjubiläum begehen konnte, richtete er zum letzten Mal einige Worte, die wie eine Botschaft klangen, an seine Western-Schützen. Er appellierte an sie, zusammenzuhalten und zusammenzustehen, damit diese Western-Kompanie niemals untergehen möge, so wie er es stets in einem Lied gesungen hatte.

Nun aber hat er die Westernfamilie verlassen. Das Mitgefühl aller Schützen des PBSV gilt seiner Familie.

Das Seelenamt für den Verstorbenen ist am kommenden Dienstag (4. Januar 2022) um 11.00 Uhr in der Pfarrkirche St. Laurentius. Anschließend ist um 12.15 Uhr die Beerdigung auf dem Westfriedhof. Die Schützen treffen sich um 12.00 Uhr vor der Friedhofskapelle, um Meinolf Simon das letzte Geleit zu geben. Es gelten die Corona-Regeln, insbesondere das Tragen der Maske.

 

 

Mit Meinolf Simon verliert das Schützenwesen in und um Paderborn einen Schützenbruder mit großer Begeisterungsfähigkeit. Foto: Karl-Heinz Heller